Zur Geschichte der Götzinger Höhe in Neustadt

So gern die Götzinger Höhe heute von Wanderern und Ausflüglern besucht  wird – so gemieden wurde der Berg noch vor 300 Jahren. Beim Anblick überkamen vielen Menschen Schauer und Grusel, diente doch die Erhöhung über dem Neustädter Tal als Richtplatz für Verbrecher. Der von Neustadt aus gut sichtbare Galgen führte schließlich zur Bezeichnung „Galgenberg“. Als mit der Unterzeichnung des Friedens zu Hubertusburg der Siebenjährige Krieg 1763 beendet wurde, pflanzten die Neustädter acht Linden auf dem Gipfel. Ihre Kronen vereinigten sich bald zu einer kleinen Baumgruppe, die weithin sichtbar den Berg prägte und ihm den Namen „Achtlindenberg“ gab.

Der Name geriet bald in Vergessenheit, als um das Jahr 1880 der Berg den heutigen Namen „Götzinger Höhe“ erhielt. Geehrt sollte damit Link Magister Wilhelm Leberecht Götzinger werden, der sich nicht nur als Neustädter Pfarrer, Heimatchronist und Mineraloge einen Namen gemacht hat, sondern vor allem auch als der Erschließer der Sächsischen Schweiz gilt.

Der Gebirgsverein Neustadt unter Leitung von Julius Mißbach erbaute 1883 den eisernen Aussichtsturm von 25 m Höhe, der am 9. September desselbigen Jahres mit einem besonderen Gedenkstein eingeweiht wurde. Gleichzeitig wurde 1883 vom Gebirgsverein Neustadt eine gemütlich eingerichtete Gaststätte eröffnet, die gleichzeitig als Vereinsheim diente. 1926 wurde die noch heute am westlichen Steilaufstieg befindliche Rodelbahn zur Freude vieler Neustädter durch die Stadt angelegt.

Die Götzinger Höhe mit ihrem Aussichtsturm und der Berggaststätte war über viele Generationen hinweg ein beliebtes Ausflugsziel, für die Neustädter schlichtweg ihr geliebter „Hausberg“. Das änderte sich auch nicht, als 1996 die in die Jahre gekommene Gaststätte abgerissen wurde und 1997 an der Gipfelkante der heutige Berggasthof erbaut wurde. Leider waren die Pächter nicht ernsthaft daran interessiert, alte Tradition und Gemütlichkeit zu pflegen, so dass zwischen 2003 und 2005 das Objekt unbewirtschaftet blieb. Am 1. April 2006 wurde der Berggasthof von den heutigen Betreibern wiedereröffnet.